26.10: Haare – Generation Weltreise – Die verlassenen Eltern

Haare...
Haare…

Noch immer putze ich die niedlichen Teppichkäferlein weg. Privatsphäre meiner Tochter? Gibt es nicht mehr. Jedes Blatt Papier wird umgedreht. Ein Kuscheltier mit Reis-Füllung musste uns verlassen: ein kleiner weißer Hund, total niedlich und kuschelig. Aber völlig verseucht! Insgesamt habe ich so um die 30 lebende Tiere in den letzten Tagen eingesaugt, sie dürfen noch eine Weile im Staubsauger wohnen bleiben. Mein Mann hat schon neue Filter und einen neuen Saug-Fuß bestellt. Nach der Aktion wird der Staubsauger generalsaniert!
Immer noch bin ich auf der Suche: wo ist der Haupt-Befall? Heute fand ich im Schrank-Aufsatz hinter Spielzeug, Spiele und Puzzle-Kästen doch tatsächlich ca 15 verschieden große Häute. Die Laven häuten sich ja ca 5x bevor sie sich verpuppen! Doch wovon ernähren die sich in dieser Ecke hoch oben – fast unter der Decke? Ich öffne so ein 5000 der Puzzle-Karton. Aha. Zwischen den Puzzle-Teilen befinden sich Fusseln und: Haare. Klar, Haare sind Hauptmahlzeit. Lecker.
Wie reinige man ein Puzzle? Mein Mann meint nur: weg damit. Aber ich zögere. Ich kippe das Puzzle auf den Teppich, reibe die Plättchen dort und befördere sie wieder in die Schatulle – ohne Fussel. Diese Aktion mache ich 3 mal. Pareto-Prinzip. Wie beim Salat. Die beiden anderen Kartone hebe ich mir für morgen auf. Ich bin pingelig und es dauert eben. Die obere Etage des Kleiderschrankes bearbeite ich mit Tesafilm an der Stelle, wo die ganzen leeren Hüllen liegen. Die Ecke ist völlig schwarz. Ob das die Eier sind? Keine Ahnung. Mit der Klebeseite des Tesas wische ich die Stelle sauber. Morgen wird dann noch gesaugt. Es gibt noch andere Großbaustellen!

Unter dem Bett in einer Schublade: die gesammelten Geburtstags- und Weihnachtsgrüße verschiedener Jahrgänge. Ein Gutschein für einen neuen iPod von ihrem Vater ist besonders hübsch. Ich gehe nach neben an und zeige ihn meinen Mann. Ausgerechnet ER muss dann so einen Teppichkäfer an dem Umschlag entdecken, der sich da fest gebissen hat. Ein entsetzter Schrei: weg mit dem Müll! Das hat in meinem Zimmer NICHTS zu suchen!
Ich bin schokiert über meine Sorglosigkeit!
Dabei habe ich einen Klebestreifen aus dem Gartencenter vor der Tür angebracht, damit niemand von den haarigen Tierchen auf komische Ideen kommt. Normalerweise sorgen die Klebestreifen bei Bäumen dafür, dass kein Tierchen am Stamm hoch krabbelt. Sie bleiben dann an dem Papier haften.

In einer anderen Ecke des Raumes, wo ich Befall vermutete, habe ich auch einen Streifen davon ausgelegt. Ha! Sofort am ersten Tag hat sich ein Krabbeltier auf das klebrige Parkett gewagt und blieb haften!! Doch seitdem ist gespenstische Ruhe. Es kommt ja jetzt die Zeit, wo die Larven sich verpuppen. Vielleicht bin ich für das Insektizit auch schon zu spät dran… der Plan war: Zimmer Grundreinigen, dann das Zimmer voll einnebeln mit dem Insektizit und dann hoffen, dass der Spuk vorbei ist. Doch es ist einfach unglaublich viel Arbeit. Ich muss den Dreitürigen Kleiderschrank von der Wand abrücken und dahinter schauen, was da los ist. Dazu muss er erst einmal ausgeräumt werden…

ok, das Bett ist mittlerweile geklärt. Es gab 3 lebende und 5 Hüllen. In der Matratze und in der Bettwäsche: wahrscheinlich nichts. Solange Zoë da war wurde die Bettwäsche ja bewegt – was die Tierchen nicht mögen. Vorbeugend habe ich nun alles in Plastikwannen verstaut, die man mit einem Deckel gut abschließen kann (90€).

Zurück also zur Schublade… neben den Glückwunschkarten finden sich diverse Taschenlampen, CD-Sammelmappen, Taschenmesser, Krimskram, Tagebücher usw. Und immer wieder leere Larven-Hüllen dazwischen. Keine lebendige Tierchen. Immerhin. Nein, ich lese nicht in den schönen Tagebüchern. Ich muss 1. fertig werden, 2. ein wenig Privatsphäre darf ja bleiben 3. das Wichtigste weiß ich sowieso (glaube ich) und das andere erfahre ich irgendwann (wenn es wichtig genug ist). Ich meine, ich kenne ja meine Tagebücher von früher. Was soll da viel Anderes drin stehen… Gefühliges und Anverwandtes….

Aber EIN Buch blättere ich doch durch: ein Mama-Buch. Das habe ich schließlich geschrieben als mein Töchterchen noch ganz klein war. Viele süße kleine Geschichten stehen da drin, Geschichten, die sonst in Vergessenheit geraten wären! Da ich eh eine Pause brauche blättere und lese ich und setze mich dazu sogar hin. Dann will cih eigentlich weiter machen, stehe auf und lege das Buch zu den anderen auf einen Turm. Leider eine ziemlich wackelige Angelegeneheit, und das Buch fällt runter. Zum Glück! Es schlägt eine Seite auf, wo ich seinerzeit die Haare des Kindes mit Tesafilm eingeklebt habe. Ohhh: die Haare waren mal viel heller als heute! Doch bei genauerem Hinsehen erschrecke ich: Larven-Hüllen und wieder dieser schwarze Puder (vielleicht Exkremente?). Grusel! Nache einem Fototermin (mit Handy) kommt die Überlegung, was zu tun sei… Haare: NoGo! Wegschmeißen? Neeee…

Also löse ich vorschtig die Haare ab und bastel einen durchsichtigen Koffer aus Folie. Naja, luftdicht habe ich es nicht bekommen. Da muss ich noch einmal nach arbeiten. So etwas hält einfach totaaal auf…. warum machen Eltern so etwas eigentlich: Kinder-Haare aufheben (vom ersten Haarschnitt)? Aber wegschmeißen geht auch nicht…

Weiter machen und putzen, sortieren, wegschmeißen. Ich fühle mich wie Tranquilla Trampeltreu: jeden Tag! Schritt für Schritt! Mit einem langen Atem werde ich eines Tages am Ziel sein und die Plage ist Geschichte!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s